Ich war gestern Abend recht früh ins Bett gegangen, es muss gegen kurz vor 10 gewesen sein. Mir ging es abends nicht ganz so gut und ich wollte mich etwas kurieren. Nachdem ich mich hingelegt hatte war ich auch recht schnell eingeschlafen und laut Erzählungen am nächsten Tag, hatte ich durch meine Musik auf den Kopfhörern einiges verpasst. Ein Mädel floh mitsamt Matratze aus dem Zimmer, 2 versuchten wie verrückt Sven zu wecken weil er so laut schnarchte und weil das erfolglos blieb, drehten sie ihn auf die Seite und ein Mann war splitternackt aus dem Bett gefallen.

Doch dafür war ich morgens verhältnismäßig fit. Sonja blieb erst einmal zurück und der Rest lief im Dunkeln los und recht schnell merkte ich meine Beine und Füße wieder, besonders links. Doch ich hielt mich die ersten 7 km wacker und nahm mir für den nächsten morgen vor, mich ausgiebig zu dehnen. Nach der Kaffee Pause bei Km 7 wurde es schon besser und irgendwann hatte ich mich wieder eingelaufen.

Der Weg führte heute einige Km durch ein Industriegebiet, eine Ellen lange Straße die immer nur gerade aus durch die hässlichen Fabrikgebäude führte und auf der die LKWs munter an uns vorbei rauschten. Der Weg zog sich, doch irgendwann ging auch das vorbei und wir kamen in ein Ort nahmens O Porriño.

Mittlerweile hatten Sven und ich die anderen beiden abgehängt und suchten uns den Weg durch die verwinkelten Straßen, es war ein bisschen wie eine Schnitzeljagd, die gelben Camino-Pfeile zu suchen.

Am Ortsausgang trafen wir auf Jan und Felix, mit denen wir weiter liefen. Irgendwann hatte auch René uns schwungvollen Schrittes aufgeholt und es begann eine letzte Strecke Richtung Mos, die sich für mich unglaublich zog.

Am Morgen freute ich mich noch über einen traumhaften Sonnenaufgang, der unseren Weg begleitete, doch am Mittag verfluchte ich die brütende Hitze.

Immer wenn wir um eine Ecke boten hoffte ich auf das Ziel, doch jedes Mal ging es doch noch ein Stück weiter.

Schweißgebadet und mit unglaublich schmerzenden Füßen kamen wir an der Herberge an. Wir waren nun über 15 km und ca. 3 Stunden ohne Pause gelaufen. Ich wollte nur noch aus den Schuhen raus und unter eine heisse Dusche.

Es war noch keiner in der Herberge und wir suchten uns im großen Raum unsere Betten aus. Als einzige Frau schnappte ich mir direkt meine Sachen um unter die Dusche zu hüpfen, kurz bevor ich fertig war, riefen mir die Jungs zu, dass wir umziehen würden und ich ein Stockwerk höher kommen soll. Als ich oben ankam gab es eine gute Nachricht. Das zweite Stockwerk war eine ausgebaute Wohnung und die Jungs hatten für Sonja und mich das einzige Zweier-Zimmer reserviert und selbst 5 Betten in einem Achter-Zimmer bezogen.

Sonja traf einige Zeit später ein, sie musste die letzten km von O Porriño laufen, da der Bus nicht nach Mos fuhr.

Nachdem alle geduscht waren ging es in die Bar gegenüber, in der jeder von uns sich genüsslich über eine Pizza her machten. Meine Füße schmerzten zu der Zeit noch höllisch.

Der Tag hatte mittlerweile Temperaturen von über 33 Grad erreicht und ich nickte auf einer Steinbank vor der Herberge kurzzeitig ein. Doch es herrschte ein reges Kommen und die Hitze machte ein angenehmes Ruhen unmöglich.

Mit einem bisschen hin und her entschieden wir uns dann zurück zur Bar zu gehen, weil dort die Temperatur erträglicher war. Dort saß ich mit Sven drinnen wo wir Radler tranken und ein bisschen die Zeit vertrödelten.

Mit einem späteren Essen in der Bar gegenüber beendeten wir den Abend und ich ging gegen 22 Uhr aufs Zimmer.

Mein linker Fuß war an der Innenseite etwas angeschwollen und schmerzte, aber es war aushaltbar. Ich werde es die kommenden Tage beobachten.

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