19.07.2019 | Von Portela de Tamel nach Ponte de Lima
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Eines ist sicher - die Nächte sind das schlimmste. Von allem Drumherum abgesehen wachte ich bereits die 2. Nacht mit steifem Rücken und schmerzenden Gliedern auf. Nun kommt noch der Muskelkater dazu.

Heute ging es wieder um 5 Uhr los und so langsam machte sich eine Grundmüdigkeit in der Gruppe breit. Auf dem Plan standen ca. 25 km und heute sollte es noch wärmer als am Vortag werden. Der kompletten Mittagssonne kann man nicht entgehen, aber einige Kilometer in der Frühe weglaufen.

Die Aussage, dass man sich an das Laufen gewöhnt war etwas verfrüht. Die ersten Meilen des Morgens quälte ich mich vorwärts. Meine Füße fühlten sich unfassbar schwer an und meine Beine schmerzten an Oberschenkeln und Schienbeinen. Irgendwann lief man sich aber ein und ruck zuck waren die ersten 12 km so überraschend geschafft, also machten wir eine Frühstückspause bei der Hälfte der Strecke. Nach einer halben Stunde traf hier auch Michael - einer der Pilgerer aus unserer letzten Herberge - zur Pause ein, war aber bereits vor uns wieder auf dem Weg. Die nächsten beiden Zimmernachbarinnen trafen wir als wir weiterliefen.

Allgemein begegnete man an diesem Tag immer mehr Pilgerer, welche aus verschiedensten Unterkünften starteten.

Ich schätze so 10 km vor Ponte de Lima wurde unser Weg von portugiesischer Volksmusik begleitet, die laut über die Maisfelder tönte. Wir haben nicht herausgefunden, woher die Musik kam, doch die nächsten 5 Kilometer war sie ein stetiger Begleiter. Genauso wie die Mittagssonne, die sich immer höher am Himmel breit machte und auch an diesem Tag wieder die letzten 5 km stark erschwerte.

Sven und ich liefen an der Spitze, aber keiner redete mehr ein Wort, ich weiß gar nicht wie ich darauf kam, aber ich zählte im Kopf im Schritttempo immer bis 8, irgendwann ohne darüber nachzudenken. Mein Kopf war so mit dem zählen beschäftigt, dass alle Gedanken wie weg gefegt waren und tatsächlich lenkte mich das von den Schmerzen ab.

Mit müden Beinen und schmerzenden Füßen kamen wir in Ponte de Lima an, wo wir in eine Jugendherberge abstiegen.

Man schraubt seine Ansprüche im Laufe des Weges immer mehr runter mussten wir feststellen, wir zwei Mädels freuten uns wahnsinnig über unser 2er Zimmer mit eigener Dusche und Betten ohne Gummiüberzug.
Es war nicht besonders sauber oder einladend, doch versprach es eine angenehmere Nacht als die letzten zwei.

Das übliche Prozedere nach Ankunft (duschen und waschen) brauche ich glaube ich nicht mehr zu beschreiben, es ist immer das gleiche. :D

Sonja und ich erreichten die Jungs telefonisch nicht, also gingen wir auf eigene Faust los, um einen Supermarkt für Getränke und etwas Obst zu suchen. Kurz bevor wir schon aufgeben wollten entdeckten wir in einem Restaurant 2 Mädels die wir auch aus Tamel noch kannten. Wir setzten uns zu Ihnen und bestellten und genossen zum Mittag eine köstliche Pizza. Anschließend gingen wir zu 4. auf die Suche nach einem Supermarkt und wurden in der Innenstadt fündig - wobei es weniger ein Supermarkt und mehr ein kleiner Tante Emma Laden war, in den die Snacks bis zur Decke aus Regalen quollen, das Obst außen lose in Kisten lag und der Fisch neben dem Eingang zum trocknen hing.

Unterwegs hielt ein älterer Herr mit seinem Auto neben uns, um uns eine Einkaufstasche für die schweren Flaschen zu geben. Wie waren uns einig, dass sowas in Deutschland niemals passieren würde.

Nach unserem Einkaufstrip setzten wir uns zum Ausspannen noch ans Wasser - an Ponte de Lima fließt die Lima. Irgendwann gesellten sich René und Chris noch zu uns und auch Michael fand seinen Weg zu unserer kleinen Gruppe.
Der Abend endete gesellig vor der Herberge.










































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