Erst einmal vorneweg - ich werde die Menge der Fotos etwas reduzieren, weil es anstrengender ist als gedacht, die Fotos hochzuladen.



Zu Tag 2:

Die erste Nacht in der Herberge war anstrengend. Unsere Gruppe teilte sich ein 10-er Zimmer mit 2 Mädels aus Köln. Es war mit 4 Stock- und zwei normalen Betten ausgestattet. Das Schnarchen einer meiner Wanderfreunde hätte man noch 2 Zimmer weiter hören können und auch eine der Kölner Mädels gab ab und zu einige beachtliche Schnarchlaute von sich. Ich lag in einem der Stockbetten oben und wenn einer der anderen sich unter mir oder im angrenzenden Bett umdrehte, wackelte das ganze Gestell, zudem klebte man auf der Gummimatratze fest und sobald sich jemand drehte gab es knarzende unangenehme Geräusche.

Es war mir nicht möglich durchzuschlafen und immer wenn ich aufwachte war ein Arm eingeschlafen und mein Hals steif. Ich bin es auch nicht mehr gewohnt alleine zu schlafen und mein Pinguin Uwe musste meinen Freund ersetzen, der arme segelte Nachts auch einmal aus dem Bett und musste wagemutig von René wieder nach oben gerettet werden :D - er gab ihn mir wieder hoch.

Ich weiß nicht wie oft und wie lange ich wach lag die Nacht über, aber um 4 Uhr starrte ich an die Decke, versuchte mit den Klängen von Elton John (leider erfolglos :D) die Schlafgeräusche um mich herum zu übertönen und überlegte ob es sich noch einmal lohnte, für die letzten anderthalb Stunden die Augen zu schließen.

Doch es stellte sich heraus, dass es René genauso ging und wir standen gemeinsam auf um uns Reisefertig zu machen, die anderen folgten uns früher als gedacht und kurz nach 5 standen wir, eine Stunde vor geplanter Weiterreise alle fertig auf dem Gang.

Es war behaglich in den kühlen Morgenstunden den Weg zu beginnen. Die Ruhe um einen bringt einen runter, die Temperatur ist überraschend kühl aber angenehm. Obwohl wir im Dunkeln losgelaufen waren war das Licht dämmrig und am fernen Horizont drängten sich vorsichtig die ersten Lichtstrahlen nach oben.

Wir liefen aus Rates raus durch Feldwege und Maisfelder, manchmal wirkte die Fauna um uns, als befänden wir uns im Urwald.

Und während wir liefen kam die Sonne immer weiter raus und bot uns einen wundervollen Ausblick auf ihren Aufgang.

Die Schmerzen in den Beinen waren erträglich, doch so langsam machten sich meine Füße bemerkbar. Nach ca. 7 km machten wir eine Frühstückspause und an km 14,7 in Barcelinhos gab es dann eine erste Runde Cervezas für die Jungs, wobei ich mir stattdessen mal eine Weinschorle gönnte.

Das laufen ging schon besser als am Tag davor, man gewöhnt sich schneller als erwartet an die Belastung. Bei 21 km machten wir die letzte Pause, um uns auf den Aufstieg nach Tamel vorzubereiten. Und das waren harte letzte 5 km, die stetig bergauf gingen bei praller Sonne. 2,8 km vorm Ziel ging es mir noch weitgehend gut, doch die letzten 3 km waren ein Kampf. Eine Pause auf dem Weg war der größte Fehler, den das nahm mir komplett den Wind aus den Segeln, meine Beine wurden immer schwerer und die Mittagshitze machte es nicht leichter. Mein Wasser war leer und zu 4. kämpften wir uns, gemeinsam mit 2 anderen Pilgerern, das letzte Stück zur Herberge, wo wir erst einmal Ein Bier gebracht bekamen. Eine halbe Stunde später öffnete die Herberge und wir wurden unseren Betten zugeteilt, wonach das bekannte Prozedere vom Vortag folgte - duschen und Handwäsche der Kleidung. Die Herberge war hell und sauber, hier gab es 12er-Zimmer. Während der Wartezeit vor der Tür unterhielten wir Uns mit anderen Pilgerern. Im Gegensatz zu der Herberge von Rates waren hier alle freundlich und offen, es gab ein Gefühl der Gemeinschaft. Interessanterweise waren die meisten von ihnen Deutsche.

Der Abend sollte noch überraschend gesellig werden, nach einer längeren Hungerperiode - weil das Restaurant erst um 19 Uhr öffnete - ging es für uns alle, eine Gruppe von 14 Pilgerern aus Deutschland, Tschechien und Israel zum Abendessen und bequemen Abendausklang.  























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